Heuschnupfen behandeln mit Akupunktur

17. März 2012 -

Der Frühling ist endlich da, die aufsteigende Energie in der Natur belebt
uns wieder. Auch Heuschnupfen, die allergische Rhinitis beginnt jetzt viele
Menschen intensiver zu belasten. Sie beruht nach Vorstellungen der
westlichen Medizin auf einer übermäßigen allergischen Reaktion des
Immunsystems auf Pollen in den oberen Atemwegen. Nase, Rachenraum und
Bronchien sind am häufigsten betroffen. Auch die Augen und seltener die
Ohren können von der allergischen Überreaktion betroffen sein.

Die westliche Medizindiagnostik ergründet die Allergene, also bestimmte
Stoffe auf der Pollenoberfläche, auf die der Körper allergisch reagiert und
versucht den Körper an diese Antigene in einem Prozess der
Desensibilisierung zu gewöhnen. Diese Therapie führt man in der
allergiefreien Zeit durch. Es gibt aber viele Patienten die trotz
jahrelanger Desensibilisierungstherapie weiterhin an Heuschnupfen oder
allergischem Asthma leiden.
Die Chinesische Medizin hat einen anderen Ansatz, der auf der Vorstellung
aufbaut, dass die oberen Verdauungsorgane, das Milz Pankreas System,
geschwächt sind und die Nahrung nicht ausreichend verdauen. Dadurch kommt es zu
übermäßigen allergischen Reaktionen in der Lunge, die zu Jucken und Brennen
führen. Von dieser Vorstellung ausgehend, stärkt man das geschwächte Milz
Pankreas Organsystem in erster Linie mit Akupunktur und leitet die
überschüssige Energie ab, die durch die allergische Reaktion an den
Nasenschleimhäuten entsteht.

Die wirksamste Therapie der geschwächten Milz ist die Akupunktur. Sie wird
zwei Wochen vor dem voraussichtlichen Beginn der Heuschnupfenbeschwerden mit
2 Behandlungen pro Woche begonnen. Man behandelt meist 6-8 Wochen lang, in
den letzten Wochen nur einmal wöchentlich. Um einen dauerhaften Ausgleich
der Lebensenergie der Atmungsorgane zu erreichen, behandelt man Heuschnupfen
mit 8-12 Akupunktursitzungen.
Die Erfahrungen aus 30 Jahren Praxis in der Behandlung von über 1 000
Patienten mit allergischer Rhinitis und allergischem Asthma bronchiale
zeigen sehr gute Wirkungen der Akupunkturtherapie. Die Erfolgsraten mit
deutlicher Besserung der Symptomatik liegen im ersten Jahr bei Heuschnupfen
bei 90% der Patienten, bei Asthma bei 60-80%. Im zweiten Jahr der
Heuschnupfentherapie ist häufig eine noch weitergehende Beschwerdelinderung
zu erreichen.
Eine Immunüberreaktion ist also nach Vorstellungen der chinesischen Medizin
in erster Linie durch Schwäche der Milz verursacht. Die Schwäche des
Milz-Pankreas ist ein sehr häufig vorkommendes Störungsmuster der
Verdauungsorgane. Sie ist durch eine Funktionsschwäche der oberen
Verdauungsorgane gekennzeichnet, die sich auch auf Dünn- und Dickdarm
auswirken können. Stärken des Milz Pankreas, also der Mitte „Bu Zong“ und
Ableiten der übermäßigen und gestauten Energien in den oberen Atemwegen sind
die beiden Therapiestrategien die man anwendet.

Im Mittelpunkt der Therapie der Schwäche des Milz-Pankreas steht die
Akupunktur, begleitet von der chinesischen Ernährungsmedizin:
Man sollte sich viel Zeit zum Essen nehmen und das Essen genießen.
Nahrungsmittel sollten sehr gut gekaut werden.
Warme Nahrung, bereits morgens ist sehr nützlich und kann zu einer schnellen
Besserung beitragen. Warme Suppen z. B. Hühnersuppe oder Gemüsesuppe sind
zu empfehlen. Kalte und „feuchte“ Nahrungsmittel wie Gurken, Melonen, rohe
Mohrrüben sollte man meiden. Schwer verdauliche Lebensmittel und fette
Speisen verschlimmern die Beschwerden. Auch das strikte Meiden von Süßem ist
wesentlich für die Besserung.
Man sollte nicht zu spät abends essen, da sonst die Nahrung zu lange
unverdaut liegen bleibt und die Symptome deutlich verstärken kann.
Massage des Bauches mit kreisenden Bewegungen im Rahmen einer
Tuina-Therapie erleichtern die Beschwerden und führen zu einer Besserung
der Lebensqualität.
Verdauungsschwäche, Maldigestion und Malabsorbtion sind westliche Diagnosen
bei dieser Gesundheitsstörung. Übermäßige Müdigkeit und Schwächegefühl mit
leichter Erschöpfbarkeit sind häufige Beschwerden, die wesentlich die
Lebensqualität einschränken können. Kältesymptome wie leichtes Frieren,
kalte Füße und Hände können vorliegen.

Eine Vielzahl von weiteren Symptomen ist typisch zum Beispiel
Blähbeschwerden, Druckgefühl im Bauchraum, seltener auch Bauchschmerzen,
Appetitmangel oder Verlangen nach bestimmten Nahrungsmitteln wie zum
Beispiel nach Süßem.

Akupunkturtherapie

Mit Hilfe der Akupunktur, also der Nadelung von Punkten im Verlauf der
Meridiane, die das Organ Lunge dämpfen, kann man den Füllezustand
ausgleichen und so die normale Funktion der Schleimhäute wiederherstellen.

Eine große Untersuchung der Techniker Krankenkasse zeigt bei Heuschnupfen
sehr gute Therapieergebnisse. Wissenschaftler der Charité in Berlin haben im
Auftrag der TK drei Jahre lang geforscht und nach wissenschaftlichen
Beweisen für die Wirksamkeit der Jahrtausende alten Akupunktur-Methode
gesucht.
Bei dieser weltweit größten randomisierten Studie mit über 250.000 Patienten
und rund 10.000 niedergelassenen Ärzten kam heraus: Akupunktur „wirkt sicher
und dauerhaft“ bei Kopfschmerzen, chronischen Nackenschmerzen und auch bei
Heuschnupfen.

„Jetzt liegt endlich der wissenschaftliche Beweis vor, dass Akupunktur in
der Routineversorgung wirksam und sicher ist“ so der Projektleiter Professor
Dr. Stefan Willich, Direktor des Instituts für Sozialmedizin, Epidemiologie
und Gesundheitsökonomie der Charité in Berlin. Neun von zehn Allergikern
ging es auch sechs Monate nach der Behandlung noch deutlich besser.

Akupunktur wird immer häufiger als Alternative oder als ergänzende,
komplementäre Behandlungsform bei Heuschnupfen angewendet. Die gute Wirkung
der Akupunktur bei Heuschnupfen, aber auch bei anderen Allergien, zeigt sich
gerade in der täglichen Anwendungspraxis der Akupunktur.
Die Chinesische Akupunktur nach den Regeln der Kunst berücksichtigt die
inneren Störungen der Lebensenergie des Patienten. Die Chinesische
Akupunktur wird von ca. 20% der akupunktierenden Ärzte im Westen angewendet.

Viele Ärzte praktizieren im Gegensatz dazu eine westlich symptomorientierte
Form der Akupunktur. Diese geht in erster Linie von Krankheitskonzepten der
westlichen Medizin aus, wie sie in der Anwendung von Medikamenten üblich
sind. Rezeptartige Punktekombinationen stehen im Vordergrund ohne
Berücksichtigung der den Erkrankungen zugrundeliegenden energetischen
Qi-Störungsmustern. Bei chronischen Erkrankungen ist diese westlich
symptomatische Akupunktur deutlich weniger wirksam, da sie die chinesische
Diagnose nicht berücksichtigt. Bei chronischen Erkrankungen wie Asthma,
Migräne, Tinnitus, Depression, Schlafstörung, Trigeminusneuralgie ist der
Erfolg der Akupunkturbehandlung von der vorausgehenden chinesischen Diagnose
und der Anwendung von gezielten Therapiestrategien abhängig.

— Ihr Gabriel Stux

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